Erfolgreiche Teams formen

Was brauchen Menschen, und fröhlich und engagiert ihrer Arbeit nachzugehen? Ein vernünftiges Gehalt und eine tolle Unternehmenskultur? Vielleicht. Wirklich ausschlaggebend ist keines von beiden. Das jedenfalls besagt eine Studie Marcus Buckingham und Ashley Goodall, die in der Januarausgabe des Harvard Business Manager veröffentlicht wurde (vgl. Harvard Business Manager, Ausgabe 2020-01, S.20-31).

Danach zeichnet die engagiertesten Mitarbeiter*innen vor allem eines aus: Es ist die Zugehörigkeit zu einem leistungsstarken Team.

Was kann ich als Organisation und Führungskraft also unternehmen, um ein erfolgreiches Team zu formen? Nicht selten schicken Unternehmen ihre Mitarbeiter zu Schulungen, die ihre Teamfähigkeit stärken sollen. Darin geht es um Themen wie Empathie, aktives Zuhören oder Projektmanagement. Das Problem ist, dass die Mitarbeiter allein statt gemeinsam im Team an der Fortbildung teilnehmen. D.h. sie erlernen diese Fähigkeit ohne jeden Kontakt zu den Teams, in dem sie später diese einsetzen sollen.

Ob das sinnvoll ist? Sehr fraglich … Was hilft mir nun wirklich dabei, ein erfolgreiches und motiviertes Team zu bilden? Das schauen wir uns im Folgenden an und haben für euch die wichtigsten Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen für Führungskräfte zusammengefasst:

  1. Schafft eine Vertrauensbasis in euren Teams

Leistungsstarke und leistungsschwache Teams unterscheiden sich vor allen in folgendem Punkt: im Vertrauen zum Teamleiter. Dieses Vertrauen muss zudem extrem stark sein (vgl. Buckingham & Goodall, 2019). Vertrauen bildet sich genau dann, wenn ich als Teammitglied genau weiß, was an meinem Arbeitsplatz von mir erwartet wird und wenn ich das Gefühl habe, dass ich bei meiner Arbeit jeden Tag meine Stärken einsetzen kann. Ein guter Teamleiter verhilft seinen Mitarbeitern dazu, sich verstanden und am richtigen Platz zu fühlen und schafft damit die Basis für ein leistungsstarkes Team.

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  1. Schenkt euren Mitarbeitern Aufmerksamkeit

Eine Führungskraft aus unserem Netzwerk sagte neulich: „Habe nur so viele direkte Mitarbeiter wie Tage in der Woche.“ Eine etwas großzügigere Faustformel für Führungsspannen besagt, dass ein Team nicht größer als 8-10 Teammitglieder umfassen sollte. Warum? Teams werden geformt, wenn ich als Führungskraft oder Teamleiter*in mindestens ein Einzelgespräch mit jedem meiner direkten Mitarbeiter*innen pro Woche führen kann, um über Erwartungshaltungen, Stärken und Aufgaben zu sprechen. Die Vier-Augen-Gespräche beinhalten zwei einfache Fragen:

Wo liegen in dieser Woche deine Prioritäten? Und wie kann ich dir dabei helfen?

Das soll sicherstellen, dass jedes Teammitglied die Aufmerksamkeit erhält, die es braucht, um bestmögliche Arbeit zu leisten. Um als Führungskraft diese Gespräche mit jedem Einzelnen sicherstellen zu können, gibt es logische Einschränkungen in der Teamanzahl durch meine zeitliche Verfügbarkeit.

So zeigt eine Studie des ADPRI, dass das Engagement in Teams, deren Leiter einmal pro Woche Mitarbeitergespräche zu Erwartungshaltungen und Stärken führt, im Durchschnitt um 21 Punkte höher ist als in Teams, in denen das nur einmal im Monat geschieht (vgl. ADPRI Stanford Health Care, 2019).

Was bedeutet Engagement eigentlich? Hierzu haben wir für euch ein übersichtliches und anschauliches Whitepaper erstellt. Ihr bekommt es direkt nach der Anmeldung zum Newsletter – oder ihr schreibt uns hierzu einfach kurz eine Nachricht und wir senden euch das Whitepaper zu. Zur Kontaktaufnahme geht’s hier lang.

Um euren Teammitgliedern zusätzliche Zeit einzuräumen, könnt ihr auch gemeinsam Erwartungshaltungen und Stärken im Team in regelmäßigen Abständen besprechen. Zudem könnt ihr im Team zwischen Teamleiter und Teammitgliedern ebenso wie in eurem Teamverbund Ankerrituale einführen, um dem Team regelmäßig Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Das können wöchentliche Mitarbeitergespräche sein, regelmäßige Team Meetings und Teamworkshops, aber auch individuell im Team festgelegte Rituale sein.

  1. Lasst eure Teams gemeinsam lernen

Teamfähigkeiten können nur im Team gemeinsam erlernt werden und nicht in Schulungen, die einzelne Mitarbeiter losgelöst von ihrem Teamverbund belegen. Na klar, denkt ihr euch? Die Praxis sieht in vielen Unternehmen aktuell anders aus.

Welche Rollen spielen Teams bei der Transformation?

Eine erfolgreiche Organisation besteht aus effektiven Teams. Erst in Teams kommen individuelle Stärken zur Geltung (Emergenz). Eine klassische Organisationsentwicklung setzt bei den Strukturen, Prozessen und bei der Effizienz an. Die persönliche Entwicklung (Mensch) fokussiert sich auf die Weiterbildung und auf individuelle Bedürfnisse. Im Einklang mit aktuellen Studien sehen wir in dem Dreiklang aus Organisation-Team-Mensch das Lernen im Team von neuen Methoden- und Sozialkompetenzen im Sinne der neuen Arbeit als wichtigstes Handlungsfeld. Deshalb setzen wir auf der Teamebene an, da hier die größte Handlungslücke besteht – aber auch der größte Hebel möglich ist.

Gute Beispiele liefert hierzu Cisco mit ihrem Power of Teams-Programm (vgl. Harvard Business Manager, 2020, S.27). Jede Programm-Einheit beginnt mit einer Retrospektive darüber, wie es mit dem Engagement im Team zu dem jeweiligen Zeitpunkt aussieht. Die Teammitglieder lernen dabei auch die Stärken ihrer Kollegen kennen. Aus diesen Elementen erarbeitet die Gruppe neue Teamrituale, so dass die Mitglieder sich durch ihre Zusammenarbeit in diesem speziellen Team schneller weiterentwickeln können. Es handelt sich also um eine sehr konkrete Methode, die von Team zu Team anders funktioniert. Bei Cisco haben in den vergangenen drei Jahren mehr als 600 Teams ihren individuellen Teamprozess nach einem Gerüst durchlaufen. Das Unternehmen hat gelernt, dass es viel sinnvoller ist, jedem Team aufzuzeigen, wie es um deren Teamverbund steht und wie sie für ihre anstehende Arbeit die beste Vorgehensweise gemeinsam mit allen Teammitgliedern entwickeln können, statt einzelnen Mitarbeitern abstrakte Teamfähigkeiten zu vermitteln.

Wie ihr selbst mit eurem Team einen Teamprozess starten könnt, stellen wir euch anhand von einem grundlegenden Ansatz und zwei praktischen Modellen zur Zusammenarbeit im Team vor. 

Lernt hierzu den MacherAnsatz als modellhaften Weg für die Transformation kennen.

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  1. Stellt das Teamerlebnis in den Mittelpunkt

Was meinen wir mit Teamerlebnis? Dabei geht es nicht darum, sich mit geschlossenen Augen in die Arme eines anderen fallen zu lassen. Solche Vertrauensspiele haben nichts mit dem eigentlichen Thema Vertrauen im Team zu tun. Deshalb bringen sie den Teilnehmern auch nichts über gegenseitiges Vertrauen im eigentlichen Arbeitsumfeld bei und ebenso wenig, wie sie ihre Arbeit auf transparente Weise gemeinsam gestalten können.

Apropos: Warum wir unsere Team Offsites auf einem inhaltlichen Prozess aufbauen, wie ihr selbst nachhaltige Ergebnisse aus Teamworkshops in euren Teamalltag mitnehmen könnt und warum wir dringend mal über die Abgrenzung von Teambuilding zu New Work Teams sprechen sollten, werden wir einen unserer nächsten Artikel erläutern. Wenn ihr dazu vorab schon Fragen habt, sprecht uns gern an. Hierzu findet ihr unser Kontaktformular am Seitenende.

Doch zurück zum Thema Teamerlebnis: Es gibt bessere Wege, um Vertrauen und ein Teamzugehörigkeitsgefühl zu kreieren. Auch wenn es vielleicht leichter ist, wenn alle Teammitglieder in einem Büro sitzen, können auch verstreute Teams dieses Zugehörigkeitsgefühl initiieren. Wichtige Reflexionsfragen lauten hierzu: Können sich die Teammitglieder auf ihren Teamleiter und ihre Teamkollegen verlassen und werden sie unterstützt, wenn sie nicht weiterkommen? Besitzen die Teammitglieder Stärken, die durch die Fähigkeiten anderer Mitarbeiter*innen ergänzt werden? Gibt es im Team ein ähnliche Vorstellung davon, was gute Arbeit ist?

Zwar muss das Team hierzu nicht tagtäglich zusammensitzen. Was jedoch hilft ist, wenn das Team sich persönlich gut kennt und in regelmäßigen Abständen – und sei es nur vierteljährlich – zusammenkommt, um an ihrer Teambasis zu arbeiten. Dies wiederum stellt einen optimalen Anlass für ein gemeinsames Team Offsite dar.

Es lohnt sich, denn von dem Teamerlebnis hängt eine Menge ab: wie produktiv, glücklich, kreativ, innovativ und belastbar Mitarbeiter*innen bei ihrer Arbeit sind und wie lange sie in eurem Unternehmen bleiben möchten.

  1. Integriert jeden eurer Mitarbeiter*innen

Teams sind die beste Methode, um von der Einzigartigkeit jedes Menschen zu profitieren. Wir wissen, dass wir Mitarbeiter*innen zu Höchstleistungen anspornen können, wenn wir ihre Stärken so häufig wie möglich nutzen und dass diese Stärken sich je nach Person unterscheiden. Nehmt euch Zeit, um die Stärken in eurem Team herauszufinden und um über eure gemeinsame Ausrichtung wie Vision und Purpose (Zweck) zu sprechen (Mehr zu unserem Macher-Ansatz findet ihr hier). Teams bieten den Mitarbeitern mehr Möglichkeiten, ihre besonderen Fähigkeiten zu nutzen – wenn ihr als Führungskraft die anstehenden Aufgaben in eurem Team entsprechend der jeweiligen Stärken eurer Mitglieder verteilen könnt.

Fazit

Gut funktionierenden Teams sind für ein gut funktionierendes Unternehmen unerlässlich. 

Berg-Macher-Teamanalyse-Standortbestimmung

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