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Digitale Zwillinge in der Energiewirtschaft: Ohne Transformation kein Erfolg

Digitale Zwillinge gelten als Hoffnungsträger für die Energiewirtschaft. Sie ermöglichen vorausschauende Steuerung, datenbasierte Entscheidungen und effizienteren Ressourceneinsatz. Doch der Erfolg dieser Technologie entscheidet sich nicht allein durch die IT, sondern an der Bereitschaft der Organisation, sich zu verändern und Verantwortung zu übernehmen.

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Für das VDE‑Impulspapier „Digitale Zwillinge in der Energiewirtschaft – Warum Digitale Zwillinge ohne Transformation scheitern“ hat der VDE unseren Geschäftsführer Jonas Schneider eingeladen, seine Perspektive als Organisationsentwickler einzubringen. Gemeinsam mit Dr. techn. Andreas Strasser (Austrian Power Grid AG), Apl. Prof. Dr.-Ing. Ulf Häger (TU Dortmund) und Hon. Prof. Dr.-Ing. Heinrich Hoppe-Oehl (Universität Wuppertal)  entstand ein Beitrag, der Technik, Wissenschaft und Organisation zusammenbringt – und zeigt, warum Transformation nur gelingt, wenn Menschen und Strukturen mitwachsen.

Mehr als nur Technologie: Digitale Zwillinge als Hebel für Transformation

In vielen Unternehmen entstehen erste Digitale Zwillinge – virtuelle Abbilder von Prozessen, Produkten oder Dienstleistungen. In der Industrie werden sie für die Optimierung von Herstellungsprozessen oder die Verbesserung von Produkten eingesetzt. Auch in der Elektrizitäts- und Netzwirtschaft finden sie meist punktuell, z. B. im Asset Management, Anwendung. Häufig bleiben diese Ansätze aber isoliert.

Wer jetzt nicht integriert denkt riskiert teure Parallelwelten und verpasst den entscheidenden Schritt in die Zukunft. Denn: Ein Digitaler Zwilling ist kein fertiges IT-Produkt, das einfach eingekauft werden kann. Erst wenn die Organisation selbst die Veränderung gestaltet, steuert und Verantwortung übernimmt, entfalten sich die Potenziale – über alle Bereiche hinweg.

Entscheidend ist das Zusammenspiel von Technik, Organisation und Unternehmenskultur

Organisatorische Veränderungen: Drei Ebenen im Fokus

Die Einführung Digitaler Zwillinge betrifft drei zentrale Gestaltungsebenen:

  • Organisation & Rollen: Wer trägt Verantwortung für Daten, Modelle und Entscheidungen? Welche neuen Rollen entstehen? Wie wird bereichsübergreifende Zusammenarbeit ermöglicht? Bei Berg & Macher haben wir mit dem 5‑Felder‑Modell ein Orientierungsmodell entwickelt, das Unternehmen hilft, technische Veränderung, Organisation und Kultur in Balance zu bringen.

  • Technik & Daten: Konsistente Datenmodelle, abgestimmte Entscheidungsprozesse und klare Verantwortlichkeiten sind die Basis.

  • Prozesse: End-to-End-Prozesse über Abteilungsgrenzen hinweg werden zum Standard. Operative Steuerung, IT-Infrastruktur und physikalische Netzrealität müssen zusammengeführt werden.

Kultureller Wandel: Systemdenken und Zusammenarbeit

Neben neuen Strukturen braucht es einen kulturellen Wandel: Systemdenken statt isoliertem Fachblick, Vertrauen in digitale Modelle und die Bereitschaft zur interdisziplinären Zusammenarbeit. Iteratives, lernendes Vorgehen wird wichtiger als Perfektionsdruck. Entscheidend ist gezielte Kompetenzentwicklung – für Fachkräfte wie Führungspersonal.

Drei Wege in die Veränderung – und warum keiner allein reicht

Die Praxis zeigt drei typische Einstiegswege:

Keine Variante ist falsch – aber keine reicht allein. Entscheidend ist, die gewählte Stoßrichtung zu reflektieren, Erfahrungen zu teilen und den nächsten Entwicklungsschritt bewusst zu gestalten. Transformation gelingt, wenn Top-Down-Initiativen im Betrieb andocken, Bottom-Up-Projekte politische Rückendeckung erhalten und punktuelle Innovationen strategisch eingebettet werden.

Du willst sehen, wie andere die Transformation schon angehen? Wir begleiten seit mehreren Jahren Energieunternehmen dabei, ihre Organisation zukunftsfähig zu gestalten. In unseren Fallstudien geben wir Einblicke in Projekte mit Netzbetreibern und Transformationspartnern aus dem Energiesektor.

Fünf Bausteine für erfolgreiche Transformation

Der technische Hebel des Digitalen Zwillings ist groß – aber nur wirksam, wenn die Organisation mitwächst. Unsere Empfehlungen für das Top Management:

1. Digitale Zwillinge strategisch verankern

  • Klare Priorisierung auf Top Management Ebene
  • Einbindung in bestehende Strategien: Digitalstrategie, Assetstrategie, Beschaffungsstrategie und Regulierungsstrategie
  • Vom Use Case zum strategischen Steuerungsmodell: Wie wird Wirkung erzeugt – und gemessen?

2. Organisationsentwicklung & Change-Begleitung sichern

  • Aufbau einer interdisziplinären Task Force mit Fokus auf Business, nicht Technik
  • Ziel: Rahmen schaffen, nicht kontrollieren – Zielbilder entwickeln, Migrationspfade moderieren, Silos verbinden
  • Rolle: Die richtigen Personen an den Tisch bringen, Verantwortung klären, Dynamiken sichtbar machen
  • Inhaltlich andocken an bestehende Formate: Strategieprozesse, Initiativen zur Organisationsentwicklung, Change-Programme
  • Orientierung an den drei Einstiegspfaden (Top-Down, Bottom-Up, Bombing) und diese wirksam verbinden

3. Governance & Verantwortung klären

  • Mandat für domänenübergreifende Prozess- und Datenverantwortung schaffen
  • Rollen für Modellpflege, Steuerlogik, Datenqualität klar definieren
  • Etablierung von Digital Twin Koordinationseinheiten und Modell-Governance-Strukturen

4. Führungskräfte befähigen

  • Als Ermöglicher und Kulturträger sichtbar machen
  • Führungskräfteentwicklung auf prozessorientierte sowie datenbasierte Steuerung und interdisziplinäre Zusammenarbeit ausrichten
  • Enablement zu zentralen Change-Aufgaben der Führung:
    1. Orientierung geben: Vision und Zielbild für den Digitalen Zwilling im Unternehmenskontext vermitteln
    2. Rollen klären: Neue Verantwortlichkeiten aktiv mitgestalten und verankern
    3. Vertrauen schaffen: Digitale Modelle als valide Entscheidungsgrundlage etablieren
    4. Zusammenarbeit fördern: Siloübergreifende Kommunikation und Co-Creation unterstützen
    5. Widerstände bearbeiten: Aktive Begleitung von Teams im Veränderungsprozess

5. Reifegrade sichtbar und Wirkung messbar machen

  • Wo steht das Unternehmen? (Reifegradmodell für Daten, Prozesse, Rollen, Kultur)
  • Welche Erfolge lassen sich kurzfristig nachweisen (z. B. reduzierter Engpassaufwand, beschleunigte Planungsprozesse)?
  • Skalierung ermöglichen: Vom Piloten zur übergreifenden Lösung – mit lernfähiger Organisationsstruktur

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Veränderung entsteht nicht durch Technik allein, sondern durch Menschen, die sie gestalten. Wenn du spürst, dass deine Organisation bereit ist, den nächsten Schritt zu gehen – hin zu mehr Wirksamkeit, Klarheit und Zusammenarbeit – dann lass uns gemeinsam ins Machen kommen.

Lass uns loslegen

Fazit

Die Energiebranche steht an einem Wendepunkt. Digitale Zwillinge bieten enorme Chancen, die Steuerbarkeit und Zukunftsfähigkeit der Netzinfrastruktur nachhaltig zu sichern. Doch nur wer Technik, Organisation und Kultur verbindet, kann die Potenziale heben. Jetzt ist der Moment, Transformation aktiv zu gestalten und die Organisation für die Herausforderungen von morgen zu befähigen.

Wir begleiten dich, um echte Hebel für unternehmerische Zukunftsfähigkeit zu etablieren.

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Lass uns gemeinsam loslegen.

Auch Best Practices aus der Branche werden sicher interessant für dich sein. Das VDE-Impulspapier vertieft, wie Unternehmen den großen Bogen zwischen Technologie, Organisation und Kultur spannen.

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